Herzlich willkommen!

Wer war Jung-Stilling?

„Auf den Spuren eines außergewöhnlichen Menschen“ ist der Titel des Interaktiven Vortrags von Doris Enders am 1. September 2026 um 19 Uhr im Theodor-Maas-Haus. Der Eintritt ist frei.

JS11740 im Siegerland geboren, führte ihn sein Weg schon früh aus der Heimat heraus. Zunächst als Lehrer und Schneider tätig, ließen ihn sein großer Wissensdrang und seine Gelehrsamkeit weitere Berufe ausüben: Ökonom, Allgemeinmediziner, Augenarzt, Geheimer Hofrat und schließlich Universitätsprofessor. Sein Studienfreund Johann Wolfgang von Goethe war von dem aufrichtigen und klugen Jung-Stilling überaus beeindruckt. Heute erinnert u.a. das Diakonie-Klinikum Jung-Stilling in Siegen an ihn.

„LebensFülle Herbst“ klingt in den kommenden Musiken zur Marktzeit an

Herzliche Einladung zu fünf kleinen Konzerten vor, nach oder zwischen dem Einkauf auf dem Wochenmarkt. Kommen Sie einfach rein, am 3., 10., 17. und 24. September oder am 1. Oktober, jeweils zwischen 11.00 Uhr und 11.30 Uhr. Wir freuen uns auf Sie!

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Das eingeführte kleine Konzertformat für Marktkundschaft und Stadtbummler verweist in diesem zweiten Halbjahr „auf die Lebensfülle, wie sie der Herbst – trotz reduzierter Ernte - uns vor Augen führt. Und von dieser Fülle wollen wir auch etwas konzertant hörbar machen. An fünf Donnerstagen, beginnend mit dem 3. September werden bis zum 1. Oktober, jeweils um 11 Uhr etwa halbstündige Konzerte vorrangig von Musikern und Musikerinnen aus der Region dargeboten.

Und den Beginn gestaltet das Vokalensemble „Blaue Rose“, das in Udert beheimatet ist und in den Vorjahren bereits als Trio in der Konzertkirche aufgetreten ist. Nun hat sich zur Diplom-Musikpädagogin Katrin Waldraff, zu Peter Moldovani und Doris Kahn der Bassist Martin Kläsner gesellt. Das Quartett wird unter dem Titel „Autumn Leaves“ Stücke von Abschied und Neubeginn, von Dankbarkeit und Friedensbitte zu Gehör bringen.

Anders wird es am 10. September mit Klaus Recke zugehen, denn an diesem Vormittag werden sich die Anwesenden vom Pädagogen und Tastenmusiker in gewohnter Weise zum Mitsingen von Herbst- und anderen Liedern verführen lassen.
Die Blasinstrumentalistin Maren Lueg, selbst schon Besucherin der Musik zur Marktzeit, hat sich durch das Format anregen lassen, in einem etwas ausführlicheren Solo-Konzert am 17. September mit Saxophon und Flöte die Zuhörenden auf eine musikalische Reise zwischen Orient und Okzident mitzunehmen.

Der 26. September geben dann vorrangig die Cello-Spielenden der Kreismusikschule den Ton an. Und den Abschluss der beliebten kleinen und offenen Konzertreihe werden zwei Profi-Musikerinnen gestalten: die Sopranistin Manuela Mayer und Kantorin Hyejoung Choi an Piano und Orgel.

Der Vorsitzende des Konzertkirche-Teams und zugleich stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums der Ev. Kirchengemeinde, Martin Schmid-Leibrock, lenkt den Blick aber weiter auf viele Konzertveranstaltungen im Herbst am Schloßplatz. „Chöre bilden in den kommenden Monaten einen besonderen Schwerpunkt, sei es der Ausnahmechor Divertimento am 12. September, unsere Kantorei der Ev. Kirchengemeinde am 11. Oktober mit Stücken von Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy und Charles Gounod, der MGV Eichelhardt am 24. Oktober oder auch das große Chortreffen und Leistungssingen des Chorverbandes Rheinland-Pfalz, das in diesem Jahr am 7. und 8. November in Altenkirchen stattfinden wird – über diese Premiere freuen wir uns ganz besonders!“

Werner-Christian Jung und Cornelia Hilberath weisen ergänzend auf das Madrigalchor-Ereignis am 27. September hin, wenn das A-Capella-Ensemble Canti·Ko aus Koblenz mit dem Stück Wasser:wege zugleich eine „Lebensader der Westerwälder“ besingen, „wo doch jeder zweite Ort hier auf „-bach“ endet. Das dürfen Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!“

Der 2. Oktober wird eine musikalische Brücke zwischen der international bekannten heimischen Akkordeonistin und etlichen Akkordeon-Schülerinnen bauen. Und am 14. Oktober erfreuen Thomas Wunder und Santino di Bartolo wieder mit italienischen und albanischen Liedern, auch die Folkwelten von Johannes Mayr sind selbstverständlich wieder am Start (17. Oktober).

Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen ist übrigens frei. Dennoch bekennt das Team, dass Spenden am Ausgang der Konzerte weiterhin nötig sind, damit kulturelle Teilhabe nicht zu einer Frage des Geldbeutels wird. Denn darin sind sich die Teammitglieder und die gastgebende Kirchengemeinde einig: „Musik gehört für uns zu den wesentlichen Lebensmitteln – an Sonntagen und Werktagen. Und damit sprechen wir noch nicht einmal von den Musiken zur Advents- und Weihnachtszeit.“

Deshalb bitten die Veranstalter: Bemessen Sie Ihre Spenden großzügig, aber nach Ihren eigenen Möglichkeiten!

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Die Ev. Christuskirche als Saalkirche inmitten des Sadtzentrums öffnet ihre Tore seit nunmehr fünf Jahren noch stärker auch für Konzerte. Denn Musik als Lebensmittel wird zunehmend nachgefragt. Das bereichert das renovierte Gotteshaus mit seiner beeindruckenden Akustik und ist ein wichtiger Faktor im kulturellen Leben der Verbandsgemeinde.

Text & Foto: Werner-Christian Jung

Gesprächsabend für Frauen

Gesprächsabend für Frauen_Heilung der kranken Frau

Friedensdienst in Uganda

Unser Presbyter Santino Kopp berichtet aus dem Osten Afrikas

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Fast ein Jahr ist nun vergangen, seit ich mich aus dem Westerwald nach Uganda aufgemacht habe, um meinen Internationalen Christlichen Friedensdienst mit der Organisation EIRENE aus Neuwied im Herzen Ostafrikas zu leisten. Seither lebe und arbeite ich in der Gemeinschaft der EIRENE-Partnerorganisation Salem Brotherhood und unterstütze mit meinem Einsatz deren Arbeit hier im ländlichen Uganda. Das Leben und Arbeiten erfüllt mich trotz bestehender Herausforderungen sehr, ich mache unzählige bereichernde Erfahrungen, durfte viel lernen und wundervollen Menschen begegnen.

9b6465dc-f05f-4da9-a558-a36f3a7a1c55Nach einer dreiwöchigen Vorbereitungszeit in der Hauptstadt Kampala kam ich in das Salem-Dorf, mein Lebens- und Arbeitsort. Es liegt im Osten Ugandas an den Ausläufern des Mount Elgon-Gebirges mit seinem 4231 Meter hohen Gipfel. Die weitere Umgebung von Salem ist, neben der nahgelegenen Stadt Mbale, wie die meisten Regionen Ugandas von kleinflächiger Landwirtschaft geprägt und besitzt ein tropisch-feuchtes, durch die relative Höhenlage (etwa 1000 Meter) jedoch etwas gemäßigtes Klima. Die seit Anfang der 1980er Jahre bestehende Organisation trägt mit ihren verschiedenen Projekten stark zu einer positiven Entwicklung der umliegenden Gemeinden bei und unterstützt viele Menschen in schwierigen Situationen. Es gibt hier ein Krankenhaus, eine Krankenschwesternschule, ein Kinderheim, insgesamt acht Baumschulen, eine kleine Grundschule, eine Schreinerei und vieles mehr.

Das Salem-Dorf gleicht einer grünen Oase und ist mit großen Bäumen bewachsen, die vielen Vögeln sowie einigen Affen und Fledermäusen ein Zuhause bieten. Seit meiner Ankunft in Salem bin ich zumeist im Kinderheim und den Baumschulen engagiert. In meiner täglichen Arbeit unterstütze ich das Team des Kinderheims bei der Betreuung der Kinder, helfe beim Kochen, arbeite im Garten; wir spielen, singen und tanzen.

e0d66e12-97e0-4209-a5d8-6522e5f83fe7Auf dem Feld des Kinderheims werden Mais, Bohnen, Maniok und Erdnüsse angebaut, des weiteren wachsen im Garten neben dem Kinderheim Bananen, Matoke (grüne Kochbananen) und Tomaten. Darüber hinaus gibt es Avocado-, Papaya- und Mango-Bäume sowie einige Hühner, Enten und Truthähne. Gekocht wird über dem offenen Feuer, meistens wird Poscho (Maisbrei) mit Bohnen gegessen. Ich begleite Kinder ins Krankenhaus, helfe in den Baumschulen aus und unterstütze das Projekt meiner Mitfreiwilligen Kristin, die ihren EIRENE-Friedensdienst in der Straßenkinderorganisation CRO in Mbale leistet. In der Stadt leben bis zu 500 Kinder vollständig auf der Straße, zumeist aufgrund von zerrütteten Familienverhältnissen, Armut und häuslicher Gewalt. Das harte Straßenleben der Kinder ist von Drogenkonsum und Gewalt geprägt und ohne die Arbeit des CRO besitzen die Heranwachsenden keinerlei Zukunftsperspektive.

187496e7-a335-4612-b64a-9aa757c37b7fDie Organisation versucht die Lebensgeschichte und Herkunft der Kinder herauszufinden, um sie dann nach Möglichkeit zu rehabilitieren, d.h. vom Leben auf der Straße in Schule und Gesellschaft zu integrieren. Die Betreuung durch die Sozialarbeiter:innen vor Ort sowie die Möglichkeit für die Kinder, ihre Kleidung zu waschen, zu spielen und eine warme Mahlzeit einzunehmen, sind die für die Kinder täglich stattfindenden Programme der Organisation. So bin ich auch mit dem CRO sehr verbunden und helfe immer wieder bei verschiedensten Aktionen. In meiner Freizeit verbringe ich häufig Zeit mit den Freunden aus dem Dorf, wir gehen zum Wandern in die Berge oder erkunden die nähere und fernere Umgebung mit dem Motorrad.

In der umliegenden Region im Osten Ugandas sind etwa fünf verschiedene Volksgruppen beheimatet, welche die unterschiedlichsten Sprachen und Traditionen besitzen. Mit der Zeit gelingt es mir, neben dem grundlegenden Luganda einfache Konversationen auch in diesen anderen Sprachen zu verstehen.

IMG_6130Dabei kann Uganda in Zeiten globaler Krisen und Konflikte als äußerst positives Beispiel der Völkerverständigung dienen, denn trotz vieler Unterschiede leben die verschiedenen Volksgruppen seit dem Ende der Bürgerkriegswirren in den 1980er und 90er Jahren genauso wie die Angehörigen verschiedener Konfessionen im Land äußerst friedlich zusammen. Viele Menschen in Uganda sind stolz auf diesen Frieden in ihrem Land, der insbesondere durch die vollständige Entwaffnung der verschiedenen Konfliktparteien zum Ende des 20. Jahrhunderts herbeigeführt wurde.
Spiritualität und Religion nehmen unterdessen für nahezu alle Menschen hier eine äußerst wichtige Rolle ein und auch zwischen den etwa 80 Prozent Christen und 20 Prozent Muslimen im Land gibt es kaum Verständigungsprobleme. Die Gottesdienste sind stets sehr lebhaft gestaltet, es wird viel gesungen und getanzt. Auch im Alltag der Menschen spielen Gebet, Andacht und der Austausch über Gott und religiöse Themen eine wichtige Rolle. Trotzdem muss auch erwähnt werden, dass neben vielen positiven Elementen, gerade die von den amerikanischen Freikirchen getragene „Born Again”-Bewegung inzwischen über teils starken gesellschaftlichen und politischen Einfluss verfügt. Trotz dieser sich stellenden Herausforderungen, auch aufgrund der schwierigen Lebenssituationen vieler Menschen, befinde ich mich an einem Ort der positiven Veränderung und die Arbeit bereitet mir große Freude.

Am Abend spiele ich hier häufig Fußball mit den Männern aus dem angrenzenden Dorf und genieße die Stimmung auf dem Feld, wenn neben dem Spiel die Sonne untergeht, die Kühe und Ziegen ins Dorf getrieben werden, sich der Tag dem Ende neigt und die vielen am Tage ruhenden Frösche, Insekten und Vögel die Dunkelheit der Nacht zum Singen bringen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die riesige Unterstützung, den kraftvollen Aussegnungsgottesdienst und die vielen guten Wünsche, die ich von so vielen Menschen erfahren durfte! Diese geben mir Kraft und Halt in meinem Leben so fern von der Heimat und ich freue mich sehr auf ein baldiges Wiedersehen!

Euer Santino

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Von Gästen und Mitbürgern

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Epheser 2,19

261_5802_rgbWie lange, ihr Lieben, bleibt ein Gast eigentlich ein Gast, bevor seine Anwesenheit bei den Gastgebern auf Ablehnung stößt? Wann wird aus einem Fremden ein „Mitbürger“, aus einem Besucher ein Teil der Gemeinschaft? Und wie lange kann eine Kirche bestehen, wenn sie sich ausschließlich um diejenigen kümmert, die ohnehin schon dazugehören, anstatt auch auf Menschen zuzugehen, die ihren Platz noch nicht gefunden haben?

Viele Menschen empfinden Unsicherheit gegenüber dem Fremden, haben Angst vor dem Unbekannten, Furcht vor dem Neuen. Häufig wurzelt diese Angst in einer unsicheren eigenen Identität und einer intuitiven Ahnung dieser Unsicherheit. Hinzu kommt, dass politische Kräfte solche Ängste immer öfter ausnutzen, indem sie einfache Schuldzuweisungen und Feindbilder verbreiten.

Gott jedoch entzieht sich unseren begrenzten Vorstellungen. Er ist größer als unsere Ängste, Vorurteile und Unsicherheiten – darauf weist auch das Wort aus dem Epheserbrief hin. Gott ist der Hausherr seines Reiches, das mit Jesus bereits mitten unter uns begonnen hat. In diesem Reich gibt es keine Ausgrenzung und keine zeitliche Begrenzung des Dazugehörens. Bei Gott gibt es keine Fremden. Es gibt Menschen, die bereits Teil seiner Gemeinschaft sind, und solche, die eingeladen sind, es zu werden. Deshalb lautet Gottes Auftrag an uns Christen: Geht hinaus! Als Bürger seines Reiches sind wir gesandt, seine Botschaft in die Welt zu tragen. Wir sollen Menschen einladen, Gottes offene Gemeinschaft kennenzulernen und ihnen zeigen, dass bei ihm jeder willkommen ist.

Vor Gott haben alle Menschen denselben Wert und dieselbe Würde. Jeder Mensch hat einen Platz in seiner Gemeinschaft. Ich wünsche mir eine Kirche, die offen, einladend und den Menschen zugewandt ist – eine Kirche, deren Leben und Handeln etwas von dieser göttlichen Wirklichkeit sichtbar werden lässt.

Herzlich,
Ihr Pfarrer Martin Göbler