Konzertkirchen-Kalender August 2026
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Sonntag, 30. August, 18 Uhr

Erinnern Sie sich an Willi Brandt als den wohl bekanntesten unter den Mandoline-Spielern? Das handlich-kleine Zupfinstrument mit vier Doppelsaiten trägt ein großes Erbe. Das bauchige Instrument war in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts das musikalische Accessoire der Arbeiterbewegung im Dienst der Befreiung („Völker hört die Mandoline“) und des Zusammenhalts; es begleitete auch Volks- und Fahrtenlieder der Wandervogelbewegung. Es konnte preiswert und mit brillantem Klang aufgrund seiner kleinen Maße an jedes Lagerfeuer, auf jede Wanderung oder Arbeiterversammlung mitgeführt werden.
Im Verbund mit Gitarre und tieferen Saiteninstrumenten fasziniert die Mandoline bis heute in Zupforchestern, auch im Rheinland. Aber sie spielt ebenso in der Country- und Bliuegrass-Musik der Gegenwart eine Rolle. Doch ihre Geschichte reicht viel weiter zurück und sie wird vom Genre her erheblich diverser eingesetzt, denn als Begleitinstrument zu den Liedern der Wandervogel- und Arbeiterbewegung.
Nun ist es dem Konzertkirche-Team gelungen, das renommierte Mare Duo mit Mandoline und Gitarre für ein Konzert am 30. August um 18.00 Uhr in der evangelische Christuskirche am Schloßplatz zu gewinnen. Annika Hinsche (Mandoline) und Fabian Hinsche (Gitarre) gehören in die erste Reihe der Duos ihrer Art. Die als Solisten und Kammermusiker bei internationalen Wettbewerben vielfach mit Preisen ausgezeichneten Künstler konzertieren gemeinsam seit mehr als 15 Jahren.
Beide Künstler unterrichten ihr jeweiliges Instrument an Hochschulen und Universitäten und sind zu Gast auf internationalen Meisterkursen. Das Mare Duo hat zahlreiche Komponisten inspiriert, das Repertoire auf ihre Formation hin zu bereichern. So haben bekannte Meister wie Carlo Domeniconi, Jaime Zenamon und viele andere über 100 Werke für ihre Instrumente geschrieben. Von der Ausdruckskraft dieses Musikerpaares zeugen mehrere Solo-, Duo- und Kammermusik-CDs. Ihre Alben wurden von der internationalen Presse hoch gelobt.
„Dies wird das erste Mal sein, dass wir den Mandolinenklang in der hiesigen Saalkirche hören werden,“ freut sich Martin Schmid-Leibrock vom Konzertkirche-Team. Dass die Mandoline zum „Instrument des Jahres 2023“ gewählt wurde, unterstreicht seine Vielseitigkeit. Diese wird das Duo Mare mit ihrem Programm unter Beweis stellen, denn auf barocke Sonaten von Scarlatti, die gerne auch auf der Mandoline gespielt wurden, folgt ein Originalwerk von Beethoven, der der Liebe wegen einige Stücke für das Instrument hinterließ. Die bekannteren „Kinderszenen“ Schumanns bietet das Duo in einer eigenen Neuinszenierung. Mit Rossiniana von Munier und abschließenden eigens für dieses auch munter moderierende Musikerpaar komponierten Klängen wird sich Duo Mare aus Altenkirchen verabschieden.
Werner-Christian Jung fasst ein Ziel dieses vielversprechenden Mandoline-Gitarre-Konzerts der evangelischen Kirchengemeinde so zusammen: „Küsst die alten Mandolinen wach – das forderte vor Jahren Andreas Eberhard. Vielleicht können wir endlich dem brillant-hellen und durchdringenden Klang dieses Volksinstruments im Verbund mit dem weicheren und oft dunkleren Sound der Konzertgitarre wieder Raum geben. Denn hunderttausende Mandolinen verstauben noch auf deutschen Dachböden. Vielleicht weckt dieses Konzert einige von ihnen aus dem Dornröschenschlaf!“
Der Eintritt zum Sonntagskonzert am 30.August, um 18 Uhr in der Ev. Christuskirche ist frei. Spenden am Ausgang für diese Kulturarbeit der Kirchengemeinde werden jedoch dankend angenommen.
Bildunterschriften:
Bild 1: Ein Foto, das zur Ikone wurde: Willy Brandt 1976 im Teutoburger Wald mit Mandoline, in sich gekehrt, eine Zigarette im Mundwinkel, ein Schnappschuss mit suggestiver Wirkung! Foto: Henning von Borstell Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. AdsD der FES, 6/FOTA021688
Bild 2: Annika Hinsche (Mandoline) und Fabian Hinsche (Gitarre) konzertieren international als Mare Duo seit mehr als 15 Jahren. Beide Künstler unterrichten ihr jeweiliges Instrument an Hochschulen und Universitäten. Den klanglichen Reiz der Kombination beider Saiteninstrumente vermitteln sie auch auf internationalen Meisterkursen, aber Ende August auch in der Altenkirchener evangelischen Christuskirche. Foto: Annika Hinsche
Herzliche Einladung zu fünf kleinen Konzerten vor, nach oder zwischen dem Einkauf auf dem Wochenmarkt. Kommen Sie einfach rein, am 3., 10., 17. und 24. September oder am 1. Oktober, jeweils zwischen 11.00 Uhr und 11.30 Uhr. Wir freuen uns auf Sie!

Das eingeführte kleine Konzertformat für Marktkundschaft und Stadtbummler verweist in diesem zweiten Halbjahr „auf die Lebensfülle, wie sie der Herbst – trotz reduzierter Ernte - uns vor Augen führt. Und von dieser Fülle wollen wir auch etwas Konzertant hörbar machen. An fünf Donnerstagen, beginnend mit dem 3. September werden bis zum 1. Oktober, jeweils um 11 Uhr etwa halbstündige Konzerte vorrangig von Musikern und Musikerinnen aus der Region dargeboten.
Und den Beginn gestaltet das Vokalensemble „Blaue Rose“, das in Udert beheimatet ist und in den Vorjahren bereits als Trio in der Konzertkirche aufgetreten ist. Nun hat sich zur Diplom-Musikpädagogin Katrin Waldraff, zu Peter Moldovani und Doris Kahn der Bassist Martin Kläsner gesellt. Das Quartett wird unter dem Titel „Autumn Leaves“ Stücke von Abschied und Neubeginn, von Dankbarkeit und Friedensbitte zu Gehör bringen.
Anders wird es am 10. September mit Klaus Recke zugehen, denn an diesem Vormittag werden sich die Anwesenden vom Pädagogen und Tastenmusiker in gewohnter Weise zum Mitsingen von Herbst- und anderen Liedern verführen lassen.
Die Blasinstrumentalistin Maren Lueg, selbst schon Besucherin der Musik zur Marktzeit, hat sich durch das Format anregen lassen, in einem etwas ausführlicheren Solo-Konzert am 17. September mit Saxophon und Flöte die Zuhörenden auf eine musikalische Reise zwischen Orient und Okzident mitzunehmen.
Der 26. September geben dann vorrangig die Cello-Spielenden der Kreismusikschule den Ton an. Und den Abschluss der beliebten kleinen und offenen Konzertreihe werden zwei Profi-Musikerinnen gestalten: die Sopranistin Manuela Mayer und Kantorin Hyejoung Choi an Piano und Orgel.
Der Vorsitzende des Konzertkirche-Teams und zugleich stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums der Ev. Kirchengemeinde, Martin Schmid-Leibrock, lenkt den Blick aber weiter auf viele Konzertveranstaltungen im Herbst am Schloßplatz. „Chöre bilden in den kommenden Monaten einen besonderen Schwerpunkt, sei es der Ausnahmechor Divertimento am 12. September, unsere Kantorei der Ev. Kirchengemeinde am 11. Oktober mit Stücken von Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy und Charles Gounod, der MGV Eichelhardt am 24. Oktober oder auch das große Chortreffen und Leistungssingen des Chorverbandes Rheinland-Pfalz, das in diesem Jahr am 7. und 8. November in Altenkirchen stattfinden wird – über diese Premiere freuen wir uns ganz besonders!“
Werner-Christian Jung und Cornelia Hilberath weisen ergänzend auf das Madrigalchor-Ereignis am 27. September hin, wenn das A-Capella-Ensemble Canti·Ko aus Koblenz mit dem Stück Wasser:wege zugleich eine „Lebensader der Westerwälder“ besingen, „wo doch jeder zweite Ort hier auf „-bach“ endet. Das dürfen Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!“
Der 2. Oktober wird eine musikalische Brücke zwischen der international bekannten heimischen Akkordeonistin und etlichen Akkordeon-Schülerinnen bauen. Und am 14. Oktober erfreuen Thomas Wunder und Santino di Bartolo wieder mit italienischen und albanischen Liedern, auch die Folkwelten von Johannes Mayr sind selbstverständlich wieder am Start (17. Oktober).
Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen ist übrigens frei. Dennoch bekennt das Team, dass Spenden am Ausgang der Konzerte weiterhin nötig sind, damit kulturelle Teilhabe nicht zu einer Frage des Geldbeutels wird. Denn darin sind sich die Teammitglieder und die gastgebende Kirchengemeinde einig: „Musik gehört für uns zu den wesentlichen Lebensmitteln – an Sonntagen und Werktagen. Und damit sprechen wir noch nicht einmal von den Musiken zur Advents- und Weihnachtszeit.“
Deshalb bitten die Veranstalter: Bemessen Sie Ihre Spenden großzügig, aber nach Ihren eigenen Möglichkeiten! .jpg)
Die Ev. Christuskirche als Saalkirche inmitten des Sadtzentrums öffnet ihre Tore seit nunmehr 5 Jahren noch stärker auch für Konzerte. Denn Musik als Lebensmittel wird zunehmend nachgefragt. Das bereichert das renovierte Gotteshaus mit seiner beeindruckenden Akustik und ist ein wichtiger Faktor im kulturellen Leben der Verbandsgemeinde.
Text & Foto: Werner-Christian Jung